Astronomie & Raumfahrt
Zum Mond und zum Mars
Apollo hat es vorgemacht, Artemis knüpft daran an. Und warum der Mars trotzdem eine ganz andere Liga ist.
Im Juli 1969 setzten Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen ihre Füße auf den Mond. Bis 1972 folgten fünf weitere Landungen, insgesamt liefen zwölf Menschen über den Mondstaub. Dann kam über 50 Jahre lang niemand mehr. Heute ändert sich das: Das Artemis-Programm bringt Menschen zurück Richtung Mond. Und am Horizont wartet das nächste, viel größere Ziel: der Mars.
Artemis: Rückkehr mit Plan
Artemis geht Schritt für Schritt vor. Ende 2022 flog zuerst eine unbemannte Kapsel um den Mond und zurück, um Rakete und Hitzeschild zu testen. 2026 hat dann eine Crew den Mond umrundet, ohne zu landen. Als Nächstes folgt die Landung nahe dem Südpol des Mondes. Dort vermuten Forschende Wassereis in dauerhaft dunklen , das sich zu Trinkwasser, Sauerstoff und sogar Raketentreibstoff verarbeiten ließe. Anders als bei Apollo geht es diesmal nicht um Flaggen und Fußabdrücke, sondern ums Bleiben: geplant sind eine kleine Station in der Mondumlaufbahn und später Basen auf der Oberfläche.
Warum der Mars viel schwerer ist
Zum Mond fliegt man etwa drei Tage, zum Mars je nach Startfenster sechs bis neun Monate. Das ändert alles. Auf dem Weg zum Mond ist die Erde nah genug für eine Rettung: Nach einer Explosion an Bord schwenkte Apollo 13 um den Mond herum und war knapp vier Tage später wieder zu Hause. Auf dem Weg zum Mars gibt es kein Umkehren, alles Lebenswichtige muss monatelang an Bord funktionieren. Dazu kommt die Strahlung: Außerhalb des schützenden Erdmagnetfelds trifft die Crew deutlich mehr kosmische Strahlung, und je länger die Reise, desto größer das Risiko. Essen, Wasser, Luft und Ersatzteile für über zwei Jahre machen das Raumschiff zudem schwer, und jedes Kilogramm kostet Treibstoff.
Das Rückflugfenster
Erde und Mars kreisen unterschiedlich schnell um die Sonne, ihre Entfernung schwankt deshalb gewaltig. Nur etwa alle 26 Monate stehen die beiden Planeten so günstig, dass man mit wenig Treibstoff hinüberfliegen kann. Wer dieses Startfenster verpasst, wartet über zwei Jahre auf das nächste. Und das Gleiche gilt für den Rückflug: Eine Mars-Crew muss nach der Ankunft rund 15 Monate auf dem Planeten ausharren, bis sich das Fenster für die Heimreise öffnet. Eine typische Mission dauert damit schnell zweieinhalb bis drei Jahre.
Der Satellit fällt ständig zum Planeten, ist aber seitlich so schnell, dass er immer daneben fällt. Merksatz: eine Umlaufbahn ist Fallen um den Planeten herum.
Realistische Zeitpläne
In Filmen ist der Mars ein Wochenendausflug, in Wirklichkeit rechnen Fachleute nüchterner. Erst muss der Mond zeigen, dass Menschen längere Zeit fern der Erde leben und arbeiten können, quasi als Generalprobe in drei Tagen Entfernung. Parallel müssen Riesenraketen, Landetechnik für schwere Lasten und geschlossene Lebenserhaltungssysteme zuverlässig werden. Die meisten Fachleute erwarten die ersten Menschen auf dem Mars deshalb frühestens in den 2030er Jahren. Das ist keine schlechte Nachricht: Die Kinder, die diese Reise antreten, gehen heute schon zur Schule. Vielleicht bist du eines von ihnen.
Aufgaben
0 von 6 gelöstZeit zum Ausprobieren. Du kannst nichts kaputt machen, jeder Versuch zählt.
Was macht eine bemannte Mars-Mission so viel schwerer als eine Mond-Mission?
Wie oft öffnet sich ein günstiges Startfenster für Flüge zum Mars?
Der Flug zum Mond dauert etwa 3 Tage. Wie viele Stunden sind das?
Bringe die Schritte des Artemis-Programms in die richtige Reihenfolge.
- 1Eine Crew landet nahe dem Südpol des Mondes
- 2Eine unbemannte Kapsel fliegt um den Mond und zurück
- 3Eine Crew umrundet den Mond, ohne zu landen
- 4Basen entstehen auf der Mondoberfläche
Zwischen der letzten Apollo-Landung 1972 und dem Jahr 2026 setzte kein Mensch mehr einen Fuß auf den Mond. Wie viele Jahre liegen zwischen diesen beiden Jahreszahlen?
Ordne jeder Schwierigkeit einer Mars-Mission die passende Folge zu.