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Technik & Elektronik

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Brücken & Tragwerke

Druck, Zug und die Magie des Dreiecks: Warum Brücken, Kräne und Strommasten nicht einfach umfallen.

Du gehst über eine Brücke, unter dir zwanzig Meter Luft, und denkst dir nichts dabei. Dabei arbeitet unter deinen Füßen ein unsichtbares Kräftespiel: Dein Gewicht drückt aufs Material, das Material drückt und zieht zurück, und am Ende landet alles sicher im Boden. Wer die zwei Grundkräfte Druck und Zug einmal verstanden hat, sieht Brücken, Kräne und Strommasten mit ganz anderen Augen.

Druck und Zug: die zwei Grundkräfte

In jedem Tragwerk passiert mit einem Bauteil eines von zwei Dingen: Es wird zusammengedrückt, das nennt man Druck, oder es wird auseinandergezogen, das nennt man Zug. Eine Säule unter einem Balkon steht auf Druck. Das Seil einer Schaukel steht auf Zug. Materialien haben dabei ihre Vorlieben: Ein Seil ist großartig auf Zug, aber auf Druck völlig nutzlos, versuch mal, mit einem Seil zu schieben. Beton hält enormen Druck aus, reißt aber schnell, wenn man an ihm zieht. Gute Ingenieure bauen deshalb so, dass jedes Material genau die Kraft abbekommt, die es am besten kann.

Kräftepfeile
Kraft links7 N
Kraft rechts4 N
3 N7 N4 N
7 N links4 N rechts3 N nach links
Probier es aus: Setze Kräfte an und beobachte, wie sie an einem Körper ziehen und drücken.

Warum Dreiecke nicht wackeln

Bau aus vier Stäben ein Viereck, dessen Ecken beweglich verbunden sind, und drück gegen eine Ecke: Es klappt sofort zur Raute zusammen, obwohl kein Stab kaputtgeht. Die Winkel können sich ändern, ohne dass sich eine Stablänge ändert. Beim Dreieck geht das nicht: Wenn die drei Seitenlängen festliegen, liegt auch die Form fest. Wer ein Dreieck verformen will, muss einen Stab stauchen oder strecken, und genau dagegen sind Stäbe stark. Deshalb steckt in Strommasten, Kranauslegern und Fachwerkbrücken immer dasselbe Muster: viele Dreiecke. So ein Stabgitter nennt man Fachwerk, es macht Bauwerke steif und bleibt trotzdem leicht, weil zwischen den Stäben nur Luft ist.

Der Bogen: Last wird zu Druck

Die alten Römer bauten Brücken aus Stein, der auf Zug schwach ist, und trotzdem stehen manche heute noch. Ihr Trick war der Bogen: Er leitet das Gewicht von oben Stein für Stein schräg nach unten und außen weiter, bis es in den Fundamenten ankommt. Jeder Stein wird dabei nur zusammengedrückt, und Druck ist genau das, was Stein bestens aushält. Dafür schiebt der Bogen an seinen Enden kräftig nach außen, deshalb braucht er wuchtige Widerlager, die diesen Schub aufnehmen.

Die Hängebrücke: Last wird zu Zug

Die Hängebrücke dreht das Prinzip um. Die Fahrbahn hängt an Stahlseilen, und die laufen über hohe Türme, die als Pylone bezeichnet werden. Die Seile stehen komplett auf Zug, wofür Stahl perfekt geeignet ist. Die Pylone leiten die Last als Druck senkrecht in den Boden. Jede Kraft landet also bei dem Material, das sie am besten verträgt, und genau deshalb überspannen Hängebrücken die größten Distanzen der Welt: Die längste misst heute rund 2 Kilometer, ganz ohne Stütze dazwischen.

Aufgaben

0 von 6 gelöst

Zeit zum Ausprobieren. Du kannst nichts kaputt machen, jeder Versuch zählt.

Warum ist ein Dreieck aus Stäben so stabil?

Welche Kraft wirkt in den Tragseilen einer Hängebrücke?

Eine Brücke ist 120 Meter lang und wird in gleich lange Felder von je 30 Metern geteilt. Wie viele Felder sind das?

Ordne jedem Begriff aus dem Brückenbau die passende Beschreibung zu.

Fachwerk
Widerlager
Pylon

Ein Fachwerkträger besteht aus 6 rechteckigen Feldern. In jedes Feld wird eine Diagonale eingebaut, damit lauter Dreiecke entstehen. Wie viele einzelne Dreiecke ergeben sich insgesamt?

Ein Steinbogen leitet die Last Stein für Stein nach unten, dabei wird jeder Stein nur zusammengedrückt und erfährt reinen .