Informatik
Betriebssysteme
Der unsichtbare Vermittler zwischen deinen Programmen und der Hardware: wie ein Betriebssystem Prozessor, Speicher und Geräte verteilt.
Du drückst auf den Einschaltknopf, und wenige Sekunden später ist alles da: der Startbildschirm, das WLAN, dein Musikplayer, dazu ein Update im Hintergrund. Kein Programm musste dem Bildschirm einzeln erklären, wohin es seine Punkte malen soll, und trotzdem klappt es. Dahinter steckt ein Programm, das selbst kaum sichtbar ist und trotzdem alles regelt: das .
Die Schicht zwischen Programm und Hardware
Ein Betriebssystem ist die Schicht zwischen deinen Programmen und der Hardware. Hardware, das sind die Teile, die du anfassen kannst: , Arbeitsspeicher, Festplatte, Bildschirm, Tastatur. Kein normales Programm redet direkt mit ihnen. Es stellt stattdessen einen Antrag beim Betriebssystem: Bitte zeig diesen Text an, bitte öffne diese Datei, bitte spiel diesen Ton ab. Das Betriebssystem nimmt die Wünsche aller Programme entgegen, bringt sie in eine Reihenfolge und gibt sie an die Hardware weiter. Die bekanntesten kennst du längst: Windows, macOS und Linux auf Computern, Android und iOS auf Handys. Auch dein Handy hat also eines, und es tut dort genau dasselbe.
Ein Prozessor für viele Programme
Auf deinem Bildschirm laufen Browser, Musikplayer und Chat scheinbar gleichzeitig. Ein Prozessorkern kann aber immer nur an einer einzigen Sache arbeiten. Das Betriebssystem löst das mit einem Trick: Es gibt jedem laufenden Programm, jedem Prozess, ein winziges Stück Rechenzeit, nimmt es ihm wieder weg und reicht es an den nächsten Prozess weiter. Das passiert viele Male pro Sekunde, viel schneller als du blinzeln kannst, und deshalb sieht es für dich nach echter Gleichzeitigkeit aus. Man nennt das Multitasking. Genauso teilt das Betriebssystem den Arbeitsspeicher auf: Jeder Prozess bekommt seinen eigenen Bereich, wie ein eigenes Fach im Schrank. Ein Programm kann deshalb nicht aus Versehen die Daten eines anderen überschreiben, und wenn eines abstürzt, laufen die anderen einfach weiter.
Die Zählung beginnt bei 0.
Dateien, Ordner und Treiber
Auf einer Festplatte oder im Speicher deines Handys liegen nur riesige Mengen von Nullen und Einsen, ohne sichtbaren Anfang und ohne Ende. Dass du stattdessen Dateien mit Namen und Ordner zum Sortieren siehst, ist die Arbeit des Betriebssystems: Es führt Buch darüber, welche Datei in welchen Blöcken steckt, und es sorgt dafür, dass zwei Dateien sich nie gegenseitig überschreiben. Genauso kümmert es sich um die angeschlossenen Geräte. Für jedes gibt es ein kleines Übersetzungsprogramm, den Treiber. Er weiß, welche Signale genau dieser Drucker, diese Tastatur oder dieser Bildschirm versteht. Deshalb muss ein Textprogramm nicht wissen, welches Druckermodell da steht: Es sagt dem Betriebssystem nur, dass gedruckt werden soll, und der passende Treiber erledigt den Rest.
Wer darf was?
Weil alles über das Betriebssystem läuft, kann es auch Nein sagen. Es verwaltet die Rechte: Welches Programm darf an die Kamera, an das Mikrofon, an deine Fotos, an das Netzwerk? Deshalb erscheint auf dem Handy dieses kleine Fenster, wenn eine App zum ersten Mal die Kamera nutzen will. Die App fragt dich nicht aus Höflichkeit, sie hat gar keine Wahl: Sie muss das Betriebssystem um Zugriff bitten, und das Betriebssystem fragt dich. Sagst du Nein, bleibt die Kamera für diese App verschlossen. Genau darin liegt die stille Stärke eines Betriebssystems: Es verteilt Rechenzeit, Speicher, Dateien und Geräte, und es entscheidet, wer sie bekommt.
Aufgaben
0 von 6 gelöstZeit zum Ausprobieren. Du kannst nichts kaputt machen, jeder Versuch zählt.
Was ist ein Betriebssystem?
Warum sieht es so aus, als liefen auf einem Prozessorkern mehrere Programme gleichzeitig?
Auf einem Prozessorkern laufen 4 Programme. Das Betriebssystem gibt jedem reihum 5 Millisekunden Rechenzeit. Wie viele Millisekunden dauert eine volle Runde, in der jedes Programm genau einmal an der Reihe war?
Damit zwei Programme sich nicht gegenseitig stören, gibt ihnen das Betriebssystem je einen eigenen ….
Bring die Schritte in die Reihenfolge, in der sie passieren, wenn du eine App startest, die die Kamera nutzen möchte.
- 1Die App bittet das Betriebssystem um Zugriff auf die Kamera.
- 2Du tippst auf das Symbol der App.
- 3Das Betriebssystem fragt dich um Erlaubnis und gibt die Kamera erst dann frei.
- 4Das Betriebssystem lädt die App in einen eigenen Speicherbereich.
Ordne jeder Aufgabe des Betriebssystems zu, was dabei passiert.