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Daten & KI

Daten & KI

Daten erheben

Umfragen, Messungen, Logs: Wie Daten in die Welt kommen und warum die Methode das Ergebnis prägt.

Das brauchst du vorher

Stell dir vor, zwei Zeitungen berichten über dieselbe Schule. Die eine schreibt, 80 Prozent der Schüler seien zufrieden, die andere spricht von 45 Prozent. Wer lügt? Vielleicht niemand. Vielleicht haben die beiden einfach unterschiedlich gefragt, zu unterschiedlichen Zeiten, oder verschiedene Gruppen erwischt. Bevor man Daten glaubt, lohnt sich immer die Frage: Wie wurden sie eigentlich erhoben?

Drei Wege zu Daten

Die meisten Daten entstehen auf einem von drei Wegen. Erstens durch Befragen: Umfragen und Interviews halten fest, was Menschen sagen. Zweitens durch Messen: Thermometer, Waagen und Sensoren halten fest, was Instrumente anzeigen. Drittens durch Protokollieren: Logs zeichnen automatisch auf, was passiert, etwa jeden Aufruf einer Website oder jeden Einkauf an der Kasse. Jeder Weg hat Stärken und Schwächen. Menschen können sich irren oder beschönigen, Instrumente können falsch justiert sein, und Logs erfassen nur das, was das System überhaupt sieht.

Gute Fragen stellen

Bei Umfragen entscheidet die Formulierung mit über das Ergebnis. Die Frage 'Findest du auch, dass die Pause viel zu kurz ist?' schiebt die Antwort in eine Richtung, man nennt das eine Suggestivfrage. Neutraler wäre: 'Wie bewertest du die Länge der Pause?' Auch die Antwortmöglichkeiten zählen: Fehlt die Option 'weiß nicht', müssen sich Unentschlossene für eine Seite entscheiden, die sie gar nicht vertreten. Gute Fragen sind neutral formuliert, eindeutig zu verstehen und bieten alle Antworten an, die realistisch vorkommen. Und dann zählt noch, wie viele der angeschriebenen Personen überhaupt antworten. Diesen Anteil nennt man Rücklauf. Ist er klein, zeigt das Ergebnis vor allem die Meinung der wenigen, die sich die Mühe gemacht haben.

Kein Messwert ist perfekt

Auch Messungen liefern nie die reine Wahrheit. Zufällige Fehler lassen Werte mal etwas zu hoch, mal etwas zu niedrig ausfallen, etwa weil die Hand beim Ablesen zittert. Dagegen hilft mehrfaches Messen: Der mehrerer Messungen ist verlässlicher als ein einzelner Wert. Systematische Fehler sind tückischer: Eine Waage, die immer 2 Kilogramm zu viel anzeigt, liefert auch nach hundert Messungen den falschen Mittelwert. Gegen systematische Fehler hilft nur, das Instrument zu prüfen und den bekannten Fehler herauszurechnen.

Datenbalken
BalkenAnna
Mittelwert 11
AnnaBenCemDanaEli
Anna: 12Mittelwert: 11
Trage eigene Werte ein und beobachte, wie schon kleine Änderungen bei der Erhebung das Bild der Balken verschieben.

Die Methode prägt das Ergebnis

Wer, wann, wo und wie gefragt oder gemessen wird, steckt in jedem Ergebnis mit drin. Eine Umfrage zur Zufriedenheit direkt nach einer Mathearbeit fällt anders aus als eine am letzten Schultag. Eine Verkehrszählung am Sonntagmorgen sagt wenig über den Berufsverkehr. Das heißt nicht, dass Daten wertlos sind. Es heißt nur: Ein ehrliches Ergebnis nennt immer auch die Methode dazu. Wer dir eine Zahl präsentiert, aber nicht verrät, wie sie zustande kam, verlangt Vertrauen ohne Grundlage.

Aufgaben

0 von 6 gelöst

Zeit zum Ausprobieren. Du kannst nichts kaputt machen, jeder Versuch zählt.

Welche Frage ist neutral formuliert?

Eine Waage zeigt bei jeder Messung genau 2 kg zu viel an. Was hilft gegen diesen Fehler?

Bei einer Umfrage werden 50 Personen befragt, 30 antworten mit Ja. Wie viel Prozent sind das?

Ordne jeder Erhebungsmethode zu, was sie festhält.

Befragen
Messen
Protokollieren

Ein Stab wird dreimal gemessen: 12,1 cm, 11,9 cm und 12,0 cm. Wie groß ist der Mittelwert in Zentimetern?

Eine Waage, die bei jeder Messung 2 kg zu viel anzeigt, macht einen Fehler.

Damit geht es weiter