Physik
Elektromagnete & Motoren
Magnete auf Knopfdruck: wie Strom Magnetfelder erzeugt und Motoren zum Drehen bringt.
Das brauchst du vorher
Der Türsummer an der Haustür, der Mixer in der Küche, der Lüfter im Laptop und das Auto vor der Tür: Überall stecken Elektromagnete und Motoren drin. Sie alle beruhen auf einer Entdeckung, die die Welt verändert hat: Elektrischer Strom kann Magnetismus erzeugen, und zwar genau dann, wenn man ihn braucht.
Strom erzeugt ein Magnetfeld
Fließt Strom durch einen Draht, entsteht um den Draht herum ein . Einzeln ist es schwach, aber es gibt einen Trick: Wickelst du den Draht zu einer Spule mit vielen Windungen, addieren sich die Felder aller Windungen. Steckst du dann noch einen Eisenkern in die Spule, wird das Feld nochmal um ein Vielfaches stärker. Fertig ist der Elektromagnet: mehr Windungen oder mehr Strom bedeuten mehr Kraft.
Wie jeder Magnet hat auch die Spule zwei Pole, einen Nordpol und einen Südpol. Gleiche Pole stoßen sich ab, verschiedene ziehen sich an. Welcher Pol dabei auf welcher Seite sitzt, hängt allein davon ab, in welche Richtung der Strom durch die Spule fließt.
N gegenüber S: ziehen sich an
Der große Vorteil: schaltbar
Ein normaler Magnet ist immer an. Ein Elektromagnet dagegen lässt sich per Schalter ein- und ausschalten. Genau das nutzt der Kran auf dem Schrottplatz: Strom an, tonnenweise Eisenschrott bleibt am Magneten kleben. Strom aus, alles fällt an der richtigen Stelle wieder herunter. Auch der Türsummer funktioniert so: Drückt jemand in der Wohnung auf den Knopf, gibt ein Elektromagnet den Riegel frei, und die Tür lässt sich aufdrücken.
Vom Magneten zum Motor und Generator
Ein Elektromagnet kann noch mehr: Er lässt sich umpolen, indem man die Stromrichtung umdreht. Genau darauf beruht der Elektromotor. In seinem Inneren sitzt eine drehbare Spule zwischen festen Magneten. Anziehung und Abstoßung ziehen die Spule herum, und kurz bevor sie stehen bleiben würde, wird umgepolt: Die Spule wird weitergezogen und dreht sich immer weiter. Der Generator ist die Umkehrung: Bewegen sich Spule und Magnet gegeneinander, zum Beispiel im Fahrraddynamo oder an der Welle eines Windrads, entsteht eine Spannung, und im geschlossenen fließt Strom. So arbeiten fast alle Kraftwerke, ob mit Wind, Wasser, Kohle oder Kernkraft. Nur kommen ohne Generator aus.
Aufgaben
0 von 6 gelöstZeit zum Ausprobieren. Du kannst nichts kaputt machen, jeder Versuch zählt.
Was entsteht um einen stromdurchflossenen Draht?
Ein Motor dreht sich 3000 Mal pro Minute. Wie oft dreht er sich pro Sekunde?
Warum benutzt der Schrottplatzkran einen Elektromagneten statt eines Dauermagneten?
Ordne jedem Bauteil oder jeder Maschine die passende Aufgabe zu.
Eine Spule mit 200 Windungen erzeugt ein bestimmtes Magnetfeld. Wie viele Windungen brauchst du bei gleichem Strom und gleicher Spulenlänge ungefähr für die doppelte Feldstärke?
Ordne nach der Stärke des Magnetfelds, vom schwächsten zum stärksten.
- 1Der Draht zu einer Spule mit vielen Windungen gewickelt
- 2Ein einzelner gerader Draht mit Strom
- 3Die Spule zusätzlich mit einem Eisenkern
Damit geht es weiter