Astronomie & Raumfahrt
Sternbilder
Vom Großen Wagen zum Polarstern: Wie Muster am Himmel seit Jahrtausenden Orientierung geben, obwohl sie nur Perspektive sind.
Tausende Lichtpunkte, scheinbar wahllos verstreut: Wie soll man sich da zurechtfinden? Menschen aller Kulturen hatten dieselbe Idee. Sie verbanden auffällige Sterne zu Figuren, gaben ihnen Namen und erzählten Geschichten dazu. Jäger, Bären, Königinnen und Drachen. Diese Sternbilder sind bis heute die Landkarte des Himmels, und wer ein paar von ihnen kennt, ist nachts nie mehr ganz verloren.
Muster als Landkarte
Damit alle Astronominnen und Astronomen vom selben Himmel sprechen, hat die Internationale Astronomische Union den gesamten Himmel lückenlos in 88 offizielle Sternbilder mit festen Grenzen aufgeteilt. Jeder Stern gehört zu genau einem Sternbild, so wie jeder Ort auf der Erde zu genau einem Land gehört. Berühmte Muster wie der Große Wagen sind übrigens gar kein eigenes Sternbild, sondern nur der auffälligste Teil eines größeren, in diesem Fall des Großen Bären.
Den Polarstern finden
Der wichtigste Trick am Nordhimmel: Suche den Großen Wagen, sieben helle Sterne in Form eines Kastens mit Deichsel. Die beiden Kastensterne, die am weitesten von der Deichsel entfernt sind, heißen Merak und Dubhe. Man nennt sie die Zeigersterne. Trage die Strecke von Merak nach Dubhe über Dubhe hinaus noch etwa fünfmal ab, und du landest beim Polarstern. Er steht fast genau über dem Nordpol der Erde, deshalb zeigt er immer die Richtung Norden an, die ganze Nacht, das ganze Jahr. Und er verrät noch mehr: Seine Höhe über dem Horizont entspricht deiner nördlichen geografischen Breite. Hell ist er übrigens nicht besonders, nur zuverlässig.
Sternbilder sind Perspektive
So vertraut die Muster wirken, sie existieren nur von der Erde aus gesehen. Die Sterne eines Sternbilds stehen meist gar nicht beieinander, sondern in völlig verschiedenen Tiefen des Raums. Im Großen Wagen ist Merak etwa 80 entfernt, Dubhe dagegen rund 123 Lichtjahre. Im Orion liegen zwischen Beteigeuze mit grob 550 Lichtjahren und Rigel mit etwa 860 Lichtjahren mehrere Hundert Lichtjahre. Von einem anderen Stern aus betrachtet würden dieselben Sterne ganz andere Figuren bilden. Sternbilder sind also keine Familien im Raum, sondern Zufallsmuster unserer Blickrichtung.
Jeder Schritt auf der Skala bedeutet zehnmal größer.
Der Tierkreis
Sonne, Mond und Planeten bewegen sich am Himmel immer durch denselben schmalen Streifen von Sternbildern, denn das ganze Sonnensystem ist ungefähr so flach wie eine Scheibe. Dieser Streifen heißt Tierkreis. Klassisch zählt man dort zwölf Sternbilder, von Widder bis Fische, tatsächlich streift die Sonnenbahn sogar ein dreizehntes, den Schlangenträger. Weil die Sonne im Lauf eines Jahres einmal durch den ganzen Tierkreis wandert, steht sie vor jedem der zwölf klassischen Sternbilder im Schnitt etwa einen Monat lang. Mit Astrologie und Horoskopen hat das nichts zu tun, es ist reine Geometrie der Bahnen.
Aufgaben
0 von 6 gelöstZeit zum Ausprobieren. Du kannst nichts kaputt machen, jeder Versuch zählt.
Wobei hilft dir der Polarstern beim Beobachten?
Was ist ein Sternbild in Wirklichkeit?
In wie viele offizielle Sternbilder mit festen Grenzen ist der gesamte Himmel eingeteilt?
So findest du den Polarstern. Bringe die Schritte in die richtige Reihenfolge.
- 1Trage die Strecke von Merak nach Dubhe über Dubhe hinaus noch fünfmal ab
- 2Finde Merak und Dubhe, die beiden Kastensterne weg von der Deichsel
- 3Am Ende dieser Verlängerung steht der Polarstern
- 4Suche am Nordhimmel den Großen Wagen
Die beiden Zeigersterne Merak und Dubhe liegen am Himmel etwa 5° auseinander. Von Dubhe aus trägst du diese Strecke noch fünfmal ab, um zum Polarstern zu kommen. Wie viele Grad liegen dann ungefähr zwischen Dubhe und dem Polarstern?
Ordne jedem Begriff die passende Aussage zu.