Astronomie & Raumfahrt
Unser Mond
Phasen, Krater, Meere und eine Rückseite, die wir nie sehen: Der nächste Himmelskörper ist eine Welt für sich.
Der Mond ist das einzige Objekt am Nachthimmel, auf dem du schon mit bloßem Auge Einzelheiten erkennst: helle und dunkle Flecken, eine sich Nacht für Nacht ändernde Gestalt. Er ist im Schnitt 384400 km entfernt, das klingt weit, ist aber kosmisch gesehen direkt vor der Haustür. Zwölf Menschen sind bisher auf ihm herumgelaufen. Zeit für einen genauen Blick auf unseren ständigen Begleiter.
Phasen: Beleuchtung, nicht Schatten
Ein hartnäckiger Irrtum: Die Mondphasen entstehen nicht durch den Schatten der Erde. Der Mond leuchtet gar nicht selbst, er reflektiert nur das Licht der Sonne. Beleuchtet ist dabei immer genau eine Hälfte von ihm, so wie auch von der Erde immer eine Hälfte im Licht liegt. Während der Mond die Erde umkreist, blicken wir aus wechselnden Richtungen auf diese beleuchtete Hälfte: Beim Neumond ist sie von uns weggedreht, beim Halbmond sehen wir sie von der Seite, beim Vollmond schauen wir frontal darauf. Vom Neumond bis zum Vollmond wird die beleuchtete Fläche jede Nacht größer, der Mond nimmt zu, danach nimmt er wieder ab. Von Vollmond zu Vollmond vergehen etwa 29,5 Tage. Fällt der Erdschatten wirklich einmal auf den Mond, erlebst du etwas viel Selteneres: eine .
Immer dieselbe Seite
Egal wann du hinschaust, du siehst immer dasselbe Mondgesicht. Das liegt nicht daran, dass der Mond sich nicht dreht, im Gegenteil: Er dreht sich genau einmal um die eigene Achse, während er die Erde einmal umrundet. Beide Bewegungen dauern gleich lang, deshalb bleibt uns immer dieselbe Seite zugewandt. Diesen Gleichlauf nennt man gebundene Rotation, die Gezeitenkräfte der Erde haben den Mond über Milliarden Jahre in diesen Takt gezwungen. Erst 1959 sah die Menschheit die Rückseite zum ersten Mal, als die sowjetische Sonde Luna 3 sie fotografierte. Dunkel ist sie übrigens nicht, sie bekommt genauso viel Sonne wie die Vorderseite.
Krater und Meere
Die dunklen Flecken heißen Meere, lateinisch Maria, weil frühe Beobachter sie für Wasser hielten. In Wahrheit sind es riesige Ebenen aus erstarrter Lava, die vor Milliarden Jahren aus dem Mondinneren aufstieg. Die hellen Regionen sind älteres Hochland, übersät mit Kratern von unzähligen Einschlägen. Weil der Mond keine Luft und kein Wetter hat, verwittert dort nichts: Selbst die Fußspuren der Astronauten werden noch Millionen Jahre erhalten bleiben. Schon ein Fernglas zeigt dir Krater, am eindrucksvollsten entlang der Licht-Schatten-Grenze, wo die Sonne flach einfällt und lange Schatten wirft.
Wie weit ist weit?
384400 km Entfernung, was heißt das anschaulich? Etwa 30 Erdkugeln würden nebeneinander zwischen Erde und Mond passen. Licht, das Schnellste überhaupt, braucht für die Strecke rund 1,3 Sekunden. Die Apollo-Astronauten waren gut drei Tage unterwegs. Und der Mond ist mit 3474 km Durchmesser etwa ein Viertel so groß wie die Erde, im Verhältnis zu seinem Planeten ist er damit der größte Mond des Sonnensystems. Dank Laserreflektoren, die die Astronauten aufgestellt haben, kennen wir die Distanz heute auf Zentimeter genau, und wir wissen: Der Mond entfernt sich pro Jahr um knapp 4 cm von uns.
Aufgaben
0 von 6 gelöstZeit zum Ausprobieren. Du kannst nichts kaputt machen, jeder Versuch zählt.
Wodurch entstehen die Mondphasen?
Warum sehen wir von der Erde aus immer dieselbe Seite des Mondes?
Von Vollmond zu Vollmond vergehen etwa 29,5 Tage. Wie viele Tage liegen zwischen einem Vollmond und dem Neumond danach?
Bring die Mondphasen in ihre natürliche Reihenfolge, beginnend beim Neumond.
- 1Vollmond
- 2Neumond
- 3zunehmender Halbmond
- 4abnehmender Halbmond
Die Mondentfernung beträgt rund 385000 km, der Monddurchmesser rund 3500 km. Wie viele Monde müsste man nebeneinanderlegen, um die Strecke von der Erde bis zum Mond zu füllen?
Ergänze den Satz: Der Mond leuchtet nicht selbst, er … das Licht der Sonne.