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Astronomie & Raumfahrt

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Meteorschauer

Jeden August regnet es Sternschnuppen, pünktlich wie ein Uhrwerk: die Geschichte vom Staub eines Kometen und der Erde, die mitten hindurchfliegt.

Ein heller Streifen zuckt über den Nachthimmel, und du darfst dir etwas wünschen. Doch was da verglüht, ist kein Stern, sondern meist ein Körnchen Staub, kaum größer als ein Sandkorn. Es rast mit mehreren Dutzend Kilometern pro Sekunde in die Lufthülle der Erde und wird dabei so stark abgebremst und erhitzt, dass es in etwa 80 bis 100 Kilometern Höhe als Leuchtspur verglüht. Solange das Körnchen durchs All fliegt, heißt es Meteoroid, die Leuchtspur nennt man Meteor, und schafft es ein größerer Brocken bis zum Boden, ist er ein Meteorit. In manchen Nächten bleibt es nicht bei einer einzelnen Sternschnuppe: Dann fallen Dutzende pro Stunde, ein Meteorschauer.

Die Staubspur eines Kometen

Der Staub stammt von . Jedes Mal, wenn so ein schmutziger Schneeball der Sonne nahekommt, verdampft ein Teil seines Eises, und er verliert dabei Unmengen an Staubkörnchen. Diese Körnchen fliegen aber nicht einfach davon, sondern kreisen weiter um die Sonne, ungefähr auf derselben Bahn wie der Komet selbst. Besuch für Besuch verteilen sie sich weiter, bis nach Jahrhunderten die gesamte Bahn wie ein staubiger Schlauch gefüllt ist. Kreuzt die Bahn der Erde einen solchen Schlauch, fegt unser Planet einmal im Jahr mitten hindurch und sammelt dabei Millionen Körnchen ein.

Bahnlabor
Startgeschwindigkeit8 km/s
8 km/s: Umlaufbahn

Der Satellit fällt ständig zum Planeten, ist aber seitlich so schnell, dass er immer daneben fällt. Merksatz: eine Umlaufbahn ist Fallen um den Planeten herum.

Probier es aus: Baue eine langgestreckte Kometenbahn und stell dir den Staub vor, der sich entlang der ganzen Bahn verteilt. Überall dort, wo die Erdbahn diese Spur kreuzt, ist ein Meteorschauer fällig.

Warum Schauer im Kalender stehen

Die Erde braucht für eine Runde um die Sonne genau ein Jahr. Sie erreicht die Kreuzungsstelle mit einer Staubspur deshalb immer wieder am selben Datum, und genau darum stehen Meteorschauer im Kalender. Die berühmten Perseiden erreichen jedes Jahr um den 12. August ihren Höhepunkt, unter dunklem Himmel sind dann bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde drin, und ihre Körnchen treffen mit rund 59 Kilometern pro Sekunde auf die Lufthülle. Der Staub stammt vom Kometen Swift-Tuttle, der selbst nur etwa alle 133 Jahre vorbeikommt. Der Schauer fällt trotzdem jedes Jahr, denn die Staubspur bleibt ja da, auch wenn ihr Komet längst wieder weit draußen ist. Die Geminiden um den 14. Dezember zeigen, dass es auch anders geht: Ihr Staub stammt nicht von einem Kometen, sondern vom Asteroiden Phaethon.

Der Radiant, ein Trick der Perspektive

Verfolgst du die Leuchtspuren einer Schauernacht rückwärts, scheinen sie alle aus derselben Himmelsgegend zu kommen, dem Radianten. Das ist reine Perspektive: In Wirklichkeit fliegen die Körnchen auf parallelen Bahnen, so wie Schneeflocken bei einer nächtlichen Autofahrt alle aus einem Punkt vor der Windschutzscheibe zu strömen scheinen. Nach dem des Radianten sind die Schauer benannt: Die Perseiden strahlen aus dem Perseus, die Geminiden aus den Zwillingen. Der Radiant verrät dir also, aus welcher Richtung die Spuren kommen, aufblitzen können sie aber am ganzen Himmel.

So erwischst du deine Sternschnuppe

Zum Beobachten brauchst du kein Teleskop, im Gegenteil: Ein Fernrohr zeigt nur einen winzigen Ausschnitt, Sternschnuppen können aber überall auftauchen. Such dir einen dunklen Ort ohne Straßenlampen, leg dich bequem auf den Rücken und gib deinen Augen etwa 20 Minuten Zeit, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Ein heller Mond überstrahlt die feinen Spuren, am meisten siehst du deshalb in Nächten, in denen der Mond früh untergeht. Die besten Stunden liegen nach Mitternacht: Dann dreht sich deine Seite der Erde in Flugrichtung unseres Planeten und fliegt der Staubspur direkt entgegen, so wie die Windschutzscheibe eines fahrenden Autos mehr Regentropfen abbekommt als die Heckscheibe. Dann heißt es nur noch Geduld haben und wünschen nicht vergessen.

Aufgaben

0 von 6 gelöst

Zeit zum Ausprobieren. Du kannst nichts kaputt machen, jeder Versuch zählt.

Was ist eine Sternschnuppe in Wirklichkeit?

Warum kehren die Perseiden jedes Jahr um dasselbe Datum zurück?

Der Komet Swift-Tuttle, der Mutterkomet der Perseiden, war zuletzt 1992 in Sonnennähe. Rechne mit 133 Jahren Umlaufzeit: Welches Jahr ergibt das rechnerisch für seine nächste Rückkehr?

Ein Meteorschauer entsteht, wenn die Erde die eines Kometen kreuzt.

Bringe die Schritte in die Reihenfolge, in der ein Meteorschauer entsteht.

  1. 1Die Körnchen verglühen als Meteorschauer am Himmel
  2. 2Der Komet verliert nahe der Sonne Staubkörnchen
  3. 3Die Erde kreuzt die Staubspur an einem festen Datum
  4. 4Der Staub verteilt sich entlang der ganzen Kometenbahn

Ordne jedem Begriff die passende Station der Reise zu.

Meteoroid
Meteor
Meteorit