Biologie
Korallenriffe
Bunte Unterwasserstädte, gebaut von winzigen Tieren: Wie aus kleinen Polypen die artenreichsten Orte im Meer entstehen.
Wenn du über ein Korallenriff schnorchelst, siehst du eine bunte Unterwasserstadt: verzweigte Formen in Rot, Gelb und Violett, dazwischen Schwärme von Fischen. Vieles davon sieht aus wie farbige Pflanzen oder Steine, doch das Riff ist von winzigen Tieren gebaut. Korallenriffe bedecken weniger als ein Prozent des Meeresbodens, und trotzdem findet dort etwa ein Viertel aller Meeresarten Nahrung und Schutz. Weil auf so wenig Fläche so viele Arten leben, nennt man Korallenriffe die Regenwälder der Meere.
Winzige Baumeister
Die Baumeister des Riffs heißen Korallenpolypen. Ein einzelner Polyp ist ein winziges Tier, kleiner als deine Fingerspitze, und er ist mit Quallen und Seeanemonen verwandt. Aus dem Meerwasser holt er Kalk und baut sich daraus einen harten Becher, in dem er sitzt. Stirbt ein Polyp, bleibt sein Becher stehen und der nächste baut darauf weiter. So türmen sich Millionen Kalkbecher übereinander, und das ganze Riff wächst als Kalkstein empor. Das geht sehr langsam, oft nur etwa einen Zentimeter im Jahr, deshalb ist ein großes Riff viele tausend Jahre alt.
Eine Partnerschaft mit Algen
Ein Polyp allein käme nicht weit, doch er hat einen Partner. In seinem Gewebe leben winzige Algen, die mit Sonnenlicht Nahrung herstellen, genau wie Pflanzen an Land. Einen großen Teil dieser Nahrung geben sie an die Koralle ab, und sie schenken dem Riff seine leuchtenden Farben. Im Gegenzug bietet die Koralle den Algen einen sicheren Platz. Nachts fängt der Polyp mit seinen winzigen Fangarmen zusätzlich Plankton aus dem Wasser, den größten Teil seiner Nahrung liefern ihm aber die Algen. Weil die Algen Licht brauchen, wachsen Riffe nur in warmem, flachem und klarem Wasser, meist im tropischen Gürtel rund um den Äquator.
Typisch: Jaguar, Liane, Kolibri
Tropischer Regenwald = heiß und feuchtGerade diese Wärme wird dem Riff aber auch gefährlich. Bleibt das Wasser über Wochen zu warm, schon ein bis zwei Grad über dem üblichen Sommerwert, gerät die Koralle in Stress und stößt ihre Algen aus. Ohne die farbigen Algen scheint der weiße Kalk durch das durchsichtige Gewebe, und das Riff wird geisterhaft bleich. Das nennt man Korallenbleiche. Fehlen die Algen zu lange, verhungert die Koralle, denn ihr wichtigster Nahrungslieferant ist weg. Kühlt das Wasser rasch genug wieder ab, kann sie die Algen zurückholen und sich erholen. Weil die Meere durch den Klimawandel wärmer werden, kommt die Bleiche heute leider immer öfter vor.
Aufgaben
0 von 6 gelöstZeit zum Ausprobieren. Du kannst nichts kaputt machen, jeder Versuch zählt.
Was ist ein Korallenpolyp in Wirklichkeit?
Aus welchem Material bauen die Korallen das Riff?
Rund um die Riffe lebt etwa ein Viertel aller Meeresarten. Wie viele sind ein Viertel von 100 Arten?
Im Gewebe der Koralle leben winzige …, die mit Sonnenlicht Nahrung herstellen.
Ein Riff wächst etwa 1 cm pro Jahr. Um wie viele Zentimeter wächst es in 30 Jahren?
Ordne jeden Begriff der passenden Beschreibung zu.