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Chemie

Chemie

Chemie beim Kochen

Deine Küche ist ein Chemielabor: Braten, Backen und Karamellisieren sind Reaktionen, die du schmecken kannst.

Warum duftet frisches Brot so gut? Warum wird ein rohes, glibberiges Ei in der Pfanne fest und weiß? Und warum geht Kuchenteig im Ofen auf? Das alles sind chemische Reaktionen: Beim Kochen und Backen werden Stoffe in neue Stoffe umgewandelt, mit neuen Farben, neuen Aromen und neuer Konsistenz. Deine Küche ist das Labor, in dem du jeden Tag experimentierst, oft ohne es zu merken.

Braune Kruste: die Maillard-Reaktion

Die braune, würzige Kruste auf Steak, Brot und Bratkartoffeln entsteht durch die Maillard-Reaktion: Ab ungefähr 140 °C reagieren Eiweißbausteine, die Aminosäuren, mit Zuckern und bilden hunderte neue Aromastoffe und braune Farbstoffe. Deshalb schmeckt Gebratenes so viel intensiver als Gekochtes: Im Topf mit Wasser wird es bei normalem nie heißer als 100 °C, und die Reaktion startet gar nicht erst. Ihre Verwandte ist die Karamellisierung: Erhitzt du reinen Zucker auf über 160 °C, zerfällt er und bildet braunes, aromatisches Karamell, ganz ohne Eiweiß.

Das Ei wird fest: Denaturierung

Eiweißmoleküle, die Proteine, sind lange Ketten, die zu winzigen Knäueln gefaltet sind. Das Klare im rohen Ei besteht fast nur aus Wasser mit etwa zehn Prozent Proteinen darin, und diese Knäuel schwimmen frei umher, deshalb ist es flüssig und durchsichtig. Hitze bringt die Teilchen immer heftiger in Bewegung: Die Knäuel entfalten sich, die offenen Ketten verhaken sich miteinander und bilden ein festes Netz. Das Ei wird fest und weiß. Diesen Vorgang nennt man Denaturierung, und er lässt sich nicht rückgängig machen: Ein Spiegelei wird beim Abkühlen nie wieder flüssig.

Teilchenbox
Temperatur20 °C
20 °C: flüssig

Wasser (flüssig). Teilchen bewegen sich schneller.

Probier es aus: Dreh die Temperatur hoch und schau, wie viel heftiger sich die Teilchen bewegen. Genau diese Bewegung entfaltet in der Pfanne die Proteine.

Luftige Teige: Backtriebmittel

Damit Kuchen und Brot locker werden, brauchen sie Gasblasen im Teig. Dafür sorgen Backtriebmittel wie Natron oder Backpulver: Trifft Natron auf eine Säure, etwa Zitronensaft oder Joghurt, entsteht bei der Reaktion das Gas (CO₂). Backpulver ist die bequeme Fertigmischung: Darin stecken Natron und eine trockene Säure schon nebeneinander, die beiden reagieren aber erst miteinander, sobald Flüssigkeit dazukommt. Die winzigen Bläschen blähen den Teig auf, und beim Backen erstarrt er um sie herum. Hefe erreicht dasselbe auf biologischem Weg: Die Pilze zerlegen Zucker und geben dabei CO₂ ab. Das dauert länger, deshalb muss Hefeteig vor dem Backen ruhen. Schneide ein Brot auf, und du siehst die Blasen als Löcher in der Krume.

Aufgaben

0 von 6 gelöst

Zeit zum Ausprobieren. Du kannst nichts kaputt machen, jeder Versuch zählt.

Wie heißt die Reaktion, die beim Braten die braune, aromatische Kruste erzeugt?

Warum wird das Eiweiß eines Eis in der heißen Pfanne fest?

Warum geht ein Teig mit Natron und Zitronensaft auf?

Ergänze den Satz: Erhitzt man reinen Zucker ohne Eiweiß auf über 160 °C, entsteht .

Die Maillard-Reaktion startet bei ungefähr 140 °C, kochendes Wasser erreicht nur 100 °C. Wie viele Grad Celsius fehlen dem Wasser bis zur Maillard-Temperatur?

Ordne jedem Küchenvorgang die passende Chemie zu.

Steak bekommt eine braune Kruste
Ei wird in der Pfanne fest
Kuchenteig geht auf
Zucker wird in der Pfanne braun