Erde & Klima
Erdbeben
Wenn der Boden wackelt: wie Erdbeben entstehen, was die Richterskala bedeutet und wie du dich schützt.
Das brauchst du vorher
Ein Glas klirrt im Schrank, die Lampe pendelt kurz: Auch in Deutschland gibt es Erdbeben, die meisten sind nur viel zu schwach, um sie zu spüren. Weltweit registrieren Messgeräte jedes Jahr Hunderttausende Beben. Die allermeisten bleiben harmlos, aber einige wenige gehören zu den gewaltigsten Naturereignissen überhaupt. Was passiert da unten eigentlich?
Warum die Erde bebt
An Verwerfungen, also Bruchstellen in der Kruste, schieben sich Gesteinsblöcke aneinander vorbei. Oft verhaken sie sich dabei, und die Spannung wächst über Jahre oder Jahrzehnte, wie in einer immer stärker gebogenen Holzlatte. Irgendwann reißt die Verhakung, die Blöcke rucken schlagartig weiter, und die gespeicherte Energie wird auf einen Schlag frei. Sie rast als Wellen mit etwa 6 km pro Sekunde durch das Gestein und lässt den Boden erzittern. Am stärksten wackelt es am Epizentrum, dem Punkt an der Oberfläche direkt über dem Bebenherd. Die größten Verwerfungen liegen dort, wo zwei Erdplatten aneinander reiben, deshalb passieren die meisten Beben an den Plattengrenzen: rund um den Pazifik, quer durch die Türkei oder entlang der Anden.
Wirkung: Bilder wackeln, Möbel rutschen. Die Richterskala ist logarithmisch, jede Stufe bedeutet zehnfache Amplitude.
Die Richterskala
Die Stärke eines Bebens wird als Magnitude angegeben, in den Nachrichten meist nach der Richterskala. Das Besondere: Die Skala ist logarithmisch. Eine Stufe mehr bedeutet einen zehnmal so großen Ausschlag auf dem Messgerät und rund 32-mal so viel freigesetzte Energie. Zwei Stufen mehr heißen also hundertfacher Ausschlag und rund 1000-fache Energie. Ein Beben der Magnitude 3 spürst du kaum, eines der Magnitude 6 kann Häuser beschädigen, und das Beben vor Japan 2011 erreichte Magnitude 9. Für so gewaltige Beben nutzen Fachleute heute die genauere Momenten-Magnitude, die aus der Größe der Bruchfläche berechnet wird. Die Zahlen liest man wie gewohnt, und auch dort bedeutet eine Stufe mehr rund 32-mal so viel Energie.
Vorsorge und Schutz
Erdbeben lassen sich nicht verhindern, aber ihre Folgen schon. In Bebenregionen werden Häuser so gebaut, dass sie schwanken können, ohne einzustürzen, und Schulen üben regelmäßig den Ernstfall. Wenn es bebt und du in einem Gebäude bist, gilt: runter auf den Boden, unter einen stabilen Tisch, festhalten und von Fenstern fernbleiben. Frühwarnsysteme erkennen die schnellen, noch schwachen ersten Wellen und melden Alarm, bevor die stärkeren Wellen ankommen. Diese wenigen Sekunden reichen, um Züge zu bremsen und Gasleitungen zu schließen.
Aufgaben
0 von 6 gelöstZeit zum Ausprobieren. Du kannst nichts kaputt machen, jeder Versuch zählt.
Wo ereignen sich die meisten Erdbeben?
Es bebt und du bist in einem Gebäude. Was ist richtig?
Um welchen Faktor wächst der Ausschlag auf dem Messgerät, wenn die Magnitude um eine Stufe steigt?
Bring die Entstehung eines Erdbebens in die richtige Reihenfolge.
- 1Über Jahre wächst die Spannung im Gestein.
- 2An einer Verwerfung verhaken sich zwei Gesteinsblöcke.
- 3Die Verhakung reißt und die Blöcke rucken schlagartig weiter.
- 4Wellen rasen durchs Gestein und der Boden wackelt.
Ungefähr um welchen Faktor wächst die freigesetzte Energie pro Magnitudenstufe?
Der Punkt an der Oberfläche direkt über dem Bebenherd heißt ….
Damit geht es weiter