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Erde & Klima

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Höhlen & Karst

Unter unseren Füßen liegen verborgene Hallen. Wie säuerliches Regenwasser Kalkstein auflöst, Gänge aushöhlt und Tropfsteine wachsen lässt.

Tief unter der Erdoberfläche liegen manchmal riesige Hallen, stille Seen und Gänge, die kilometerweit durch den Fels führen. Niemand hat sie gegraben, und doch sind sie da. Der Baumeister ist gewöhnliches Regenwasser, das über sehr lange Zeit Gestein auflöst, Tropfen für Tropfen. Wo das im großen Stil passiert, entsteht eine ganz eigene Landschaft, die man Karst nennt.

Wasser, das Stein auflöst

Reines Wasser kann Kalkstein kaum etwas anhaben. Doch Regenwasser nimmt aus der Luft und vor allem aus dem Boden auf, dabei entsteht Kohlensäure, dieselbe sehr schwache Säure, die auch im Sprudelwasser steckt. Kalkstein besteht aus Kalziumkarbonat, oft aus den Resten uralter Meerestiere, und genau diesen Stoff kann das säuerliche Wasser langsam auflösen. Es sickert in feine Risse, löst an den Wänden Gestein ab und macht die Risse dabei ein winziges Stück weiter. Über Zehntausende von Jahren werden aus Haarrissen Spalten, aus Spalten Gänge und aus Gängen ganze Höhlensysteme, in denen unterirdische Bäche fließen.

Tropfsteine: Zapfen aus Kalk

In einer fertigen Höhle läuft die Geschichte rückwärts. Wenn kalkhaltiges Wasser von der Decke tropft, gibt es einen Teil seines Kohlendioxids an die Höhlenluft ab und kann den gelösten Kalk nicht mehr halten. Ein hauchdünner Rest bleibt an der Decke zurück, und Tropfen für Tropfen wächst ein hängender Zapfen, ein Stalaktit. Wo die Tropfen unten aufschlagen, wächst ihm ein Stalagmit vom Boden entgegen. Das geht unvorstellbar langsam, oft nur um etwa 0,1 Millimeter pro Jahr. Treffen sich beide nach vielen Jahrtausenden, verbinden sie sich zu einer Säule.

Schichtenblick
SchichtKruste
Kruste: 0 bis 35 km, fest

bis etwa 500 °C. Dünne feste Außenhaut, hier leben wir.

Erkunde den Untergrund im Querschnitt: Aus welchen Schichten ist er aufgebaut, und wo könnte Wasser eine Höhle in den Kalkstein fressen?

Wo sich unter einer Landschaft viele Hohlräume bilden, sieht man das irgendwann auch an der Oberfläche. Bricht die Decke einer Höhle ein, entsteht eine trichterförmige Senke, eine Doline. Bäche verschwinden plötzlich in einem Spalt und fließen unterirdisch weiter, bis sie an anderer Stelle als kräftige Quelle wieder auftauchen. Eine solche löchrige Kalklandschaft heißt Karst, benannt nach einer Region in Slowenien, in der sie besonders gut zu sehen ist. Das längste bekannte Höhlensystem der Welt ist die Mammoth Cave in den USA mit mehr als 600 Kilometern vermessener Gänge.

Karst betrifft auch uns ganz direkt. In vielen Regionen der Welt stammt das Trinkwasser aus Karstquellen, denn der durchlöcherte Kalkstein wirkt wie ein riesiger Wasserspeicher. Gleichzeitig ist dieses Wasser empfindlich: Weil es durch die weiten Spalten kaum gefiltert wird, gelangt Schmutz von der Oberfläche schnell in die Tiefe. Wer eine Tropfsteinhöhle besucht, steht also nicht nur in einem Naturwunder, sondern mitten im Wasserleitungssystem einer ganzen Landschaft.

Aufgaben

0 von 6 gelöst

Zeit zum Ausprobieren. Du kannst nichts kaputt machen, jeder Versuch zählt.

In welchem Gestein entstehen die meisten großen Höhlen?

Wodurch wird Regenwasser zu einer schwachen Säure?

Ein Tropfstein wächst etwa 0,1 Millimeter pro Jahr. Um wie viele Millimeter wächst er in 100 Jahren?

Ein Tropfstein, der von der Höhlendecke herabhängt, heißt .

Ein Stalagmit ist 50 Zentimeter hoch und wächst 0,1 Millimeter pro Jahr. Wie viele Jahre hat er dafür gebraucht? Denk daran, dass 50 Zentimeter 500 Millimetern entsprechen.

Ordne jedem Begriff aus der Karstwelt die passende Beschreibung zu.

Stalaktit
Stalagmit
Säule
Doline