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Mathematik

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Wendepunkte & Krümmung

Die Stelle, an der eine Kurve aufhört, sich nach links zu biegen, und anfängt, sich nach rechts zu biegen. Genau dort ist der Anstieg am stärksten.

Bei einer Epidemie kommt irgendwann ein Tag, an dem die Zahl der neuen Fälle nicht mehr weiter steigt, sondern zum ersten Mal kleiner wird als am Vortag. Die Gesamtzahl wächst weiter, aber langsamer. Genau dieser Tag ist mathematisch ein Wendepunkt, und in den Nachrichten ist es der Moment, auf den alle warten. Ein Wendepunkt sagt nichts über hoch oder tief aus, sondern über die Änderung der Krümmung.

Links- und Rechtskrümmung

Stell dir vor, du fährst mit dem Fahrrad auf dem Graphen entlang, von links nach rechts. Manchmal musst du den Lenker nach links halten, manchmal nach rechts. Bei einer nach oben geöffneten hältst du die ganze Zeit nach links, sie ist überall linksgekrümmt. Bei einer nach unten geöffneten hältst du überall nach rechts. Erst wenn du den Lenker unterwegs einmal umlegen musst, gibt es einen Wendepunkt, nämlich genau an der Stelle des Umlegens.

Koordinatensystem
a1
c1
-6-6-4-4-2-2224466
y = 1+ 1nach oben geöffnet
Stell a=1a = 1 ein: Die Parabel ist überall linksgekrümmt, sie öffnet sich nach oben. Dreh aa auf 1-1: Jetzt ist sie überall rechtsgekrümmt. Was du nicht schaffst, ist beides in einer Kurve, denn dafür müsste sich aa unterwegs ändern. Genau deshalb hat eine Parabel keinen Wendepunkt. Erst Funktionen ab Grad 3 können die Krümmung wechseln.

Die zweite Ableitung

Die erste ff' misst die Steigung. Wenn du sie noch einmal ableitest, bekommst du ff'', und die misst, wie sich die Steigung ändert. Ist ff'' positiv, wird die Steigung größer, die Kurve ist linksgekrümmt. Ist ff'' negativ, wird die Steigung kleiner, die Kurve ist rechtsgekrümmt. Und ein Wechsel dazwischen bedeutet, dass ff'' das Vorzeichen wechselt, also unterwegs durch null geht.

f(x0)=0undf(x0)0f''(x_0) = 0 \quad \text{und} \quad f''' (x_0) \neq 0
Die notwendige Bedingung und die Bestätigung, dass die Krümmung dort wirklich wechselt.

Der Rechenweg

Ein Beispiel: f(x)=x33x2f(x) = x^3 - 3x^2. Erst zweimal ableiten: f(x)=3x26xf'(x) = 3x^2 - 6x und f(x)=6x6f''(x) = 6x - 6. Dann ff'' null setzen: 6x6=06x - 6 = 0 ergibt x=1x = 1. Zur Bestätigung noch einmal ableiten: f(x)=6f'''(x) = 6, und das ist nicht null. Also liegt bei x=1x = 1 wirklich ein Wendepunkt. Die Höhe bekommst du wie immer aus der Ausgangsfunktion: f(1)=13=2f(1) = 1 - 3 = -2, der Wendepunkt ist also (12)(1|-2).

Der Ablauf ist derselbe wie bei Hoch- und Tiefpunkten, nur eine Ableitung weiter. Dort setzt du ff' null und prüfst mit ff''. Hier setzt du ff'' null und prüfst mit ff'''. Wenn du dir diese Parallele merkst, brauchst du nur ein Schema statt zwei.

Aufgaben

0 von 6 gelöst

Zeit zum Ausprobieren. Du kannst nichts kaputt machen, jeder Versuch zählt.

Was passiert an einem Wendepunkt?

Für f(x)=x36x2+5f(x) = x^3 - 6x^2 + 5 ist f(x)=6x12f''(x) = 6x - 12. An welcher Stelle liegt der Wendepunkt?

Welche Funktion hat sicher keinen Wendepunkt?

Zur Bestimmung eines Wendepunktes setzt du gleich null.

Für f(x)=x33x2f(x) = x^3 - 3x^2 liegt der Wendepunkt bei x=1x = 1. Wie hoch liegt er? Gib f(1)f(1) an.

Ordne jeder Bedingung zu, was sie über den Graphen aussagt.

f(x)=0f'(x) = 0
f(x)>0f''(x) > 0
f(x)<0f''(x) < 0
f(x)=0f''(x) = 0 mit Vorzeichenwechsel

Damit geht es weiter