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Mathematik

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Binomialverteilung

Zehnmal würfeln, und du willst genau zwei Sechsen. Eine Formel deckt alle Aufgaben dieser Bauart ab.

Viele Fragen sehen verschieden aus und sind in Wahrheit dieselbe: Wie wahrscheinlich sind bei 10 Würfen genau 2 Sechsen? Wie wahrscheinlich sind unter 20 Bauteilen genau 3 defekte? Wie wahrscheinlich ist es, bei 8 Freiwürfen 5 zu treffen? Immer wird derselbe Versuch mehrfach wiederholt, jedes Mal mit derselben Chance, und es zählt nur, wie oft es geklappt hat.

Die Bernoulli-Kette

Drei Bedingungen müssen erfüllt sein. Erstens: Jeder Versuch hat nur zwei Ausgänge, Treffer oder kein Treffer. Zweitens: Die Trefferwahrscheinlichkeit pp bleibt bei jedem Versuch gleich. Drittens: Die Versuche beeinflussen sich nicht. Ist alles erfüllt, spricht man von einer Bernoulli-Kette, und dann gilt die Formel dieses Themas.

Murmelbeutel
Blau3
Gelb5
P(Blau) = 3/8 = 37,5%
Der Beutel liefert das pp für einen einzelnen Versuch. Stell 2 blaue und 8 gelbe ein, dann ist p=20%p = 20\,\% für Blau. Eine Bernoulli-Kette entsteht, wenn du daraus zehnmal ziehst und die Murmel jedes Mal zurücklegst, denn nur dann bleibt pp konstant. Ohne Zurücklegen würde sich der Beutel verändern, und die Formel dieses Themas gälte nicht mehr.

Woher die Formel kommt

Nimm 3 Würfe mit p=16p = \frac{1}{6} und frage nach genau einer Sechs. Ein möglicher Verlauf ist Treffer, Niete, Niete, und seine Wahrscheinlichkeit ist 165656\frac{1}{6} \cdot \frac{5}{6} \cdot \frac{5}{6}. Aber die Sechs könnte auch beim zweiten oder dritten Wurf kommen. Alle drei Verläufe haben dieselbe Wahrscheinlichkeit, also musst du sie mit 3 multiplizieren.

Genau das leistet der Binomialkoeffizient (nk)\binom{n}{k}, gesprochen nn über kk. Er zählt, auf wie viele Arten sich kk Treffer auf nn Versuche verteilen können. Für 3 Versuche und 1 Treffer sind das 3 Möglichkeiten, für 10 Versuche und 2 Treffer schon 45.

P(X=k)=(nk)pk(1p)nkP(X = k) = \binom{n}{k} \cdot p^k \cdot (1-p)^{\,n-k}
Anzahl der Anordnungen mal Wahrscheinlichkeit der Treffer mal Wahrscheinlichkeit der Nieten.

Die drei Bausteine sind leicht zu behalten. pkp^k steht für die kk Treffer, (1p)nk(1-p)^{n-k} für die restlichen Versuche ohne Treffer, und der Binomialkoeffizient dafür, dass die Treffer an verschiedenen Stellen stehen können. Für 10 Würfe und genau 2 Sechsen ergibt das (102)(16)2(56)80,29\binom{10}{2} \cdot \left(\frac{1}{6}\right)^2 \cdot \left(\frac{5}{6}\right)^8 \approx 0{,}29.

Mindestens und höchstens

Selten wird nach genau einer Zahl gefragt. Bei mindestens einem Treffer wäre die direkte Rechnung mühsam, denn du müsstest alle Fälle von 1 bis nn addieren. Der Umweg über das Gegenereignis ist viel kürzer: Mindestens ein Treffer ist das Gegenteil von gar keinem Treffer, also P(X1)=1P(X=0)P(X \geq 1) = 1 - P(X = 0). Und P(X=0)P(X = 0) ist einfach (1p)n(1-p)^n.

Aufgaben

0 von 6 gelöst

Zeit zum Ausprobieren. Du kannst nichts kaputt machen, jeder Versuch zählt.

Welche Bedingung gehört nicht zu einer Bernoulli-Kette?

Eine Münze wird 5-mal geworfen. Wie viele verschiedene Reihenfolgen gibt es mit genau 1-mal Kopf? Das ist (51)\binom{5}{1}.

Ein Würfel wird 30-mal geworfen. Wie viele Sechsen erwartest du?

Der Binomialkoeffizient (nk)\binom{n}{k} zählt, .

Wie berechnest du bei 10 Würfen die Wahrscheinlichkeit für genau 3 Sechsen?

Ordne jedem Teil der Formel seine Bedeutung zu.

(nk)\binom{n}{k}
pkp^k
(1p)nk(1-p)^{n-k}

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