Mathematik
Ganzrationale Funktionen
Von der Geraden über die Parabel zu Kurven mit mehreren Bögen. Am Grad erkennst du schon, wie der Graph aussehen kann.
Das brauchst du vorher
ist eine Gerade. ist eine . ist eine Kurve, die zweimal die Richtung wechselt. Alle drei gehören zur selben Familie: Es wird nur addiert, multipliziert und mit natürlichen potenziert, mehr nicht. Diese Familie heißt ganzrationale Funktionen, und weil sie so einfach gebaut sind, kann man ihnen erstaunlich viel ansehen, bevor man überhaupt rechnet.
Der Grad ist die wichtigste Zahl
Der Grad ist der höchste vorkommende Exponent. Bei ist er 3. Er entscheidet über zwei Dinge auf einmal. Erstens über die Anzahl der Nullstellen: höchstens so viele, wie der Grad angibt. Eine Funktion vom Grad 3 hat also höchstens drei Nullstellen, aber vielleicht auch nur eine. Zweitens über die Anzahl der Bögen: Eine Funktion vom Grad hat höchstens Hoch- und Tiefpunkte.
Was ganz weit draußen passiert
Setz eine sehr große Zahl ein, etwa . Bei ist dann eine Milliarde, während nur beiträgt. Der höchste Term überstimmt alle anderen, sobald groß genug wird. Deshalb entscheiden allein der Grad und das Vorzeichen davor darüber, wohin die Kurve am Rand läuft.
Daraus folgt eine Regel mit vier Fällen. Ist der Grad gerade, laufen beide Enden in dieselbe Richtung, wie bei der Parabel: nach oben bei positivem Leitkoeffizienten, nach unten bei negativem. Ist der Grad ungerade, laufen die Enden auseinander: links nach unten und rechts nach oben, oder umgekehrt. Das erklärt auch, warum jede Funktion ungeraden Grades mindestens eine Nullstelle haben muss, denn sie kommt von unten und geht nach oben und muss dabei die Achse kreuzen.
Nullstellen finden
Für Nullstellen gibt es drei Werkzeuge, und du probierst sie in dieser Reihenfolge. Erstens Ausklammern: Bei siehst du sofort die Nullstelle 0 und danach . Zweitens die Mitternachtsformel, sobald nur noch Grad 2 übrig ist. Drittens eine Nullstelle raten und mit Polynomdivision den Grad senken, wenn die ersten beiden Wege nicht reichen.
Ein Sonderfall lohnt sich: Wenn nur gerade Exponenten vorkommen, wie bei , setzt du und bekommst . Das ist eine gewöhnliche quadratische Gleichung mit den Lösungen und . Zurück eingesetzt ergibt das und . Diese Methode heißt Substitution.
Aufgaben
0 von 6 gelöstZeit zum Ausprobieren. Du kannst nichts kaputt machen, jeder Versuch zählt.
Welchen Grad hat ?
Wie viele Hoch- und Tiefpunkte kann eine Funktion vom Grad 4 höchstens haben?
Wo schneidet die -Achse?
Bei geradem Grad laufen beide Enden des Graphen in … Richtung.
Wie viele Nullstellen hat ?
Ordne jeder Funktion die Zahl ihrer möglichen Bögen zu.
Damit geht es weiter